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Vitamin A (mit β-Carotin)

Von VQ1Fachprüfung ausstehend · aktualisiert

Was es macht

Vitamin A wird für Haut und Schleimhäute gebraucht, für das Sehen und für die Immunabwehr. Ins Pferd gelangt es nicht als fertiges Vitamin, sondern als β-Carotin aus grünem Pflanzenmaterial — daraus stellt der Körper es selbst her.

Warum es wichtig ist

Schleimhäute sind die erste Grenze gegen Krankheitserreger, und ihre Erneuerung hängt an diesem Vitamin. Solange frisches Grün auf dem Speiseplan steht, deckt die Ration diesen Posten von allein.

Wann es kritisch wird

Die Stallmonate sind der kritische Zeitraum: Gelagertes Heu verliert einen Großteil seines β-Carotins, sodass über Wochen eine Lücke entstehen kann — sie zeigt sich an sprödem Horn, trockenen Schleimhäuten und häufigeren Infekten. In der Gegenrichtung ist fertiges Vitamin A in hoher Dosis toxisch; als Dauergabe gilt die Marke von 1000 IE je kg Körpergewicht und Tag als Obergrenze. Beim reinen β-Carotin besteht dieses Risiko nicht.

Wie viel ein Pferd braucht

Erhaltung: etwa 15.900 IE am Tag für ein 500-kg-Pferd; für Zuchtstuten und Fohlen liegt der Wert deutlich höher. Bekommt eine Zuchtstute über das Grundfutter kein β-Carotin, kann es ergänzt werden – dann mindestens 200 mg am Tag.

Wird für Sehen, Haut, Schleimhäute und Abwehr gebraucht. Gras und gutes Heu liefern die Vorstufe reichlich — Vitamin A ist der Fall, in dem Zufüttern schneller zu viel wird als zu wenig.

Belegte Werte

Bedarfs- und Grenzwerte für Vitamin A.
ArtWertEinheit / Bezug
Bedarf150IE/kg metabolische Körpermasse und Tag (Erhaltung)
Bedarf225IE/kg metabolische Körpermasse und Tag (Arbeit)
Bedarf300IE/kg metabolische Körpermasse und Tag (trächtig)
Bedarf300IE/kg metabolische Körpermasse und Tag (laktierend)
Bedarf300IE/kg metabolische Körpermasse und Tag (Wachstum)
Toleranzgrenze16000IE/kg Futter-TS
Höchstmenge1000IE je kg Körpermasse und Tag (langfristig nicht überschreiten — Vergiftung: raues Haar, Ataxien, Depression)

Achtung beim Vergleichen: Der Bedarf steht **pro Tag**, die Obergrenze **je Kilogramm Futter-Trockenmasse**. Das sind verschiedene Bezugsgrößen — die Zahlen lassen sich nicht direkt gegeneinander halten. Die Obergrenze ist außerdem kein Zielwert, sondern die Menge, ab der es schadet.

Eine Höchstmenge gilt je Mahlzeit und je Kilo Pferd — nicht je Kilo Futter. Zwei kleine Mahlzeiten können zusammen mehr ergeben und trotzdem jede für sich darunter bleiben.

„Metabolische Körpermasse“ ist eine Rechengröße, kein Gewicht: das Körpergewicht hoch 0,75. Bei 600 kg sind das rund 121 — der Bedarf wird mit dieser Zahl malgenommen, nicht mit 600. Deshalb sieht der Wert klein aus und ist es nicht.

Was wirklich in den Futtertrog gehört — Fütterungswissen, klar erklärt für deinen Stall.