Phosphor
Was es macht
Ungefähr vier Fünftel des Phosphors sitzen im Skelett und härten es gemeinsam mit Calcium aus. Was übrig bleibt, ist im laufenden Betrieb unterwegs: Phosphor steckt im Molekül ATP, über das Zellen ihre Energie bereitstellen, und die Dickdarmflora braucht ihn, um Rohfaser aufzuschließen.
Warum es wichtig ist
Eine Ration mit passendem Phosphoranteil versorgt zwei Systeme gleichzeitig — die Knochensubstanz und die Energiegewinnung in der Zelle. Beide fallen nicht auf, solange sie stimmen.
Wann es kritisch wird
Nicht die Höhe der Zufuhr entscheidet, sondern das Verhältnis. Viel Getreide bedeutet viel Phosphor; bleibt er über Wochen im Übergewicht, wird weniger Calcium aufgenommen und der Knochen gleicht die Differenz aus. Als Rahmen dient dieselbe Spanne wie beim Calcium — Phosphor nie über Calcium, Calcium höchstens im dreifachen Anteil.
Wie viel ein Pferd braucht
Erhaltung: etwa 8 g täglich bei 300 kg bis 14 g bei 600 kg — damit stets etwas unter dem Calciumwert. Wachstum, Trächtigkeit und Laktation heben den Bedarf an.
Partner des Calciums (rund 80 % im Skelett); Bestandteil des Energieträgers ATP und Helfer der mikrobiellen Verdauung.
Pferdefütterung (Vervuert/Coenen), 6. Aufl. 2019, Georg Thieme Verlag; Bedarfswerte nach GfE 2014. Tox-Obergrenze aus Equine Applied and Clinical Nutrition (Geor/Harris/Coenen), Tab. 10-4, S. 194 (Datenbasis dort: NRC 2005 / Poppenga 2001 / GfE 2013).
Belegte Werte
| Art | Wert | Einheit / Bezug | Quelle |
|---|---|---|---|
| Bedarf | 8 | g/Tag (Erhaltung, 300 kg) | Pferdefütterung (Vervuert/Coenen), 6. Aufl. (2019, Tab. 4.17, S. 99-100 (GfE 2014), Zeile Erhaltung) |
| Bedarf | 14 | g/Tag (Erhaltung, 600 kg) | Pferdefütterung (Vervuert/Coenen), 6. Aufl. (2019, Tab. 4.17, S. 99-100 (GfE 2014), Zeile Erhaltung) |
| Giftig ab | 10 | g/kg Futter-TS | Equine Applied and Clinical Nutrition (Geor/Harris/Coenen) (2013, Tab. 10-4, S. 194 (Safe upper limit)) |
Achtung beim Vergleichen: Der Bedarf steht **pro Tag**, die Obergrenze **je Kilogramm Futter-Trockenmasse**. Das sind verschiedene Bezugsgrößen — die Zahlen lassen sich nicht direkt gegeneinander halten. Die Obergrenze ist außerdem kein Zielwert, sondern die Menge, ab der es schadet.
Mögliche Mangel-Zeichen
- Dauerhaftes P-Zuviel (z. B. getreidereiche Fütterung) bremst die Ca-Aufnahme und entzieht den Knochen Substanz.
Wechselwirkungen
- Phosphor ↔ Calcium (nicht mehr Phosphor als Calcium; höchstens 3:1 Ca:P)
Quellen
- Quelle der Bedarfswerte und fachlichen Angaben: „Pferdefütterung“, Hrsg. Prof. Dr. Ingrid Vervuert und Prof. Dr. Manfred Coenen, 6. Auflage 2019, Georg Thieme Verlag (begründet von Helmut Meyer); Werte nach GfE 2014.
- Pferdefütterung (Vervuert/Coenen), 6. Aufl. 2019, Georg Thieme Verlag; Bedarfswerte nach GfE 2014. Tox-Obergrenze aus Equine Applied and Clinical Nutrition (Geor/Harris/Coenen), Tab. 10-4, S. 194 (Datenbasis dort: NRC 2005 / Poppenga 2001 / GfE 2013).