Magnesium
Was es macht
Magnesium wirkt als Helfer in einer großen Zahl enzymatischer Reaktionen und ist an der Signalübertragung zwischen Nerv und Muskel beteiligt. Gespeichert wird es überwiegend in Knochen und Muskulatur.
Warum es wichtig ist
Eine ausreichend mit Magnesium versorgte Ration stützt genau die Prozesse, die im Alltag nicht auffallen, solange sie laufen — Muskelarbeit und Reizweiterleitung. Man bemerkt sie meist erst, wenn etwas fehlt.
Wann es kritisch wird
Eine echte Unterversorgung ist selten und am ehesten bei intensiv gedüngtem, artenarmem Weidegras zu erwarten. Beobachtet werden dann Übererregbarkeit, Muskelzittern und Verspannungen bis hin zu Krämpfen. Überschüsse verträgt ein gesundes Pferd gut; Vorsicht ist nur geboten, wenn Magnesium UND Phosphor reichlich zugeführt werden — diese Kombination erhöht das Risiko für Harngries.
Wie viel ein Pferd braucht
Erhaltung: rund 53 mg je Kilogramm metabolischer Körpermasse und Tag (kg KM^0,75) — praktisch etwa 4 g täglich bei 300 kg bis 6 g bei 600 kg. Arbeit hebt den Bedarf mäßig, Laktation und Wachstum deutlich.
Ruhiger Taktgeber im Stoffwechsel; beteiligt an zahlreichen enzymatischen Vorgängen und am Zusammenspiel von Nerven und Muskulatur; Speicher in Knochen und Muskeln.
Pferdefütterung (Vervuert/Coenen), 6. Aufl. 2019, Georg Thieme Verlag; Bedarfswerte nach GfE 2014. Tox-Obergrenze aus Equine Applied and Clinical Nutrition (Geor/Harris/Coenen), Tab. 10-4, S. 194 (Datenbasis dort: NRC 2005 / Poppenga 2001 / GfE 2013).
Belegte Werte
| Art | Wert | Einheit / Bezug | Quelle |
|---|---|---|---|
| Bedarf | 4 | g/Tag (Erhaltung, 300 kg) | Pferdefütterung (Vervuert/Coenen), 6. Aufl. (2019, Tab. 4.17, S. 99-100 (GfE 2014), Zeile Erhaltung) |
| Bedarf | 6 | g/Tag (Erhaltung, 600 kg) | Pferdefütterung (Vervuert/Coenen), 6. Aufl. (2019, Tab. 4.17, S. 99-100 (GfE 2014), Zeile Erhaltung) |
| Bedarf | 53 | mg/kg metabolische Körpermasse/Tag (Erhaltung) | Pferdefütterung (Vervuert/Coenen), 6. Aufl. (2019, S. 103 (Text) und Tab. 3.14, S. 61 (Zeile Erhaltungsbedarf, Spalte Mg)) |
| Giftig ab | 8 | g/kg Futter-TS | Equine Applied and Clinical Nutrition (Geor/Harris/Coenen) (2013, Tab. 10-4, S. 194 (Safe upper limit)) |
Achtung beim Vergleichen: Der Bedarf steht **pro Tag**, die Obergrenze **je Kilogramm Futter-Trockenmasse**. Das sind verschiedene Bezugsgrößen — die Zahlen lassen sich nicht direkt gegeneinander halten. Die Obergrenze ist außerdem kein Zielwert, sondern die Menge, ab der es schadet.
„Metabolische Körpermasse“ ist eine Rechengröße, kein Gewicht: das Körpergewicht hoch 0,75. Bei 600 kg sind das rund 121 — der Bedarf wird mit dieser Zahl malgenommen, nicht mit 600. Deshalb sieht der Wert klein aus und ist es nicht.
Mögliche Mangel-Zeichen
- Übererregbarkeit und Schreckhaftigkeit, Muskelverspannungen bis Krämpfe (am ehesten auf intensiv gedüngten, einseitigen Grasweiden).
Wechselwirkungen
- Magnesium ↔ Phosphor (reichlich Magnesium plus reichlich Phosphor erhöht das Risiko für Harngries)
Quellen
- Quelle der Bedarfswerte und fachlichen Angaben: „Pferdefütterung“, Hrsg. Prof. Dr. Ingrid Vervuert und Prof. Dr. Manfred Coenen, 6. Auflage 2019, Georg Thieme Verlag (begründet von Helmut Meyer); Werte nach GfE 2014.
- Pferdefütterung (Vervuert/Coenen), 6. Aufl. 2019, Georg Thieme Verlag; Bedarfswerte nach GfE 2014. Tox-Obergrenze aus Equine Applied and Clinical Nutrition (Geor/Harris/Coenen), Tab. 10-4, S. 194 (Datenbasis dort: NRC 2005 / Poppenga 2001 / GfE 2013).